Berufsverband Information Bibliothek e.V.


Neuausrichtung der Tagungsstruktur ab 2020

Kommentare zum Positionspapier erwünscht

Der BIB-Vereinsausschuss beauftragte und ermächtigte den Bundesvorstand in seiner Frühjahrssitzung 2017 in Berlin, eine Position zur Neuausrichtung des Tagungsgefüges in gemeinsamer und gleichberechtigter Trägerschaft der bibliothekarischen Verbände zu verfassen. Entsprechende koordinierende Gespräche sollen vor allem mit dem Partnerverband VDB, aber auch mit dbv und BID begleitend geführt werden.

Dieses Positionspapier wird der Mitgliederversammlung des BIB, die am 30. Mai auf dem 106. DBT in Frankfurt tagt, als Beschlussvorlage vorgelegt werden, und zwar unter Tagesordnungspunkt 8. "Zusammenarbeit mit anderen Verbänden".

Ein erster entsprechender Entwurf findet sich hier, Anregungen und Kommentare an vorstand@bib-info.de sind willkommen.

Gemeinsam einen Kongress der bibliothekarischen Verbände neu erfinden

Durch das Auslaufen der Verträge von BID mit dem Kongresszentrum Leipzig in den kommenden Jahren ergeben sich neue Konstellationen, die die Fachverbände nutzen sollten, um nicht nur gemeinsam den Begriff »Bibliothekartag« zu ändern, sondern vor allem kooperativ einen jährlich stattfindenden Kongress von BID, dbv, VDB und BIB zu organisieren und auszurichten.

Der Zeitpunkt ist günstig: Die Kündigung der Kooperationsvereinbarung zur Organisation der Bibliothekartage zwischen dem Institutionenverband dbv und den Personalverbänden BIB und VDB durch den dbv, der 2019 auslaufende Vertrag von BID mit der Messe Leipzig um den alle drei Jahre stattfindenden Bibliothekskongress und die nicht enden wollende (und vom BIB-Bundesvorstand als richtig befundene) Debatte um die umstrittene Bezeichnung »Bibliothekartag« müssen die vier großen Verbände im LIS-Sektor aufgreifen, um gemeinsam neu und zukunftsorientiert zu denken.

An »unseren« beiden versetzt stattfindenden Jahrestagungen – dem Bibliothekartag aber auch dem Bibliothekskongress – nehmen inzwischen
konstant über 4 000 Personen teil. Menschen, die sich treffen, um sich gemeinsam auszutauschen und fortzubilden, aber schon lange nicht mehr bloß Menschen aus Bibliotheken.

Vielen BesucherInnen ist bereits heute der organisatorische Unterschied zwischen den beiden Tagungen nicht bewusst, ein  inhaltlich unterschiedlicher Schwerpunkt, vor langer Zeit einmal angestrebt, ist nicht mehr zu erkennen.

Beide Veranstaltungen haben eine identische Ausrichtung, sie führen DienstleisterInnen und WissenschaftlerInnen rund um die Themen »Menschen, Medien, Informationen« zusammen:
InformationsspezialistInnen und andere  Berufsgruppen, KollegInnen aus diversen Bereichen wie Kulturmanagement, Naturwissenschaften, Informatik, Pädagogik, Politik und Soziologie, um nur einige aufzuzählen, treffen aufeinander. Diese bunte Vielfalt – die sich auch inhaltlich in dem thematischen Spektrum widerspiegelt, finden doch in der Regel über 300 Vorträge in bis zu zehn Themenkreisen an dreieinhalb Tagen jährlich statt – soll und muss Kernidee eines neuen, modernisierten Tagungsgefüges sein.

Leipzig auslaufen lassen

Das Kongresszentrum Leipzig kommt sowohl von den zu Verfügung stehenden Räumen als auch vom »Fassungsvermögen « an BesucherInnen an seine Grenzen, auch genügen die angebotenen Messeräume für die Firmenausstellungen infrastrukturell nicht mehr den Anforderungen. Der Termin im März wird zudem von vielen FachkollegInnen als ungünstig empfunden, und für uns als Organisatoren ist er jedes Mal – so kurz folgend auf den Bibliothekartag – eine zeitliche Herausforderung.

Für BID ist er eine finanzielle Notwendigkeit – über die günstigen vertraglichen Rahmenbedingungen gelingt es, Geschäftsstelle und Organisationsgefüge finanziell für jeweils drei Jahre (bis der nächste Kongress stattfindet) sicherzustellen. Dies muss bei einer Reorganisation berücksichtigt und gewährleistet bleiben.

Den Institutionenverband neu einbinden

In den letzten Jahren ist der dbv als Institutionenverband zu einer schlagkräftigen und modernen Interessenvertretung nicht nur für die Bibliotheken als Organisationen geworden, sondern auch für uns, die wir in den Informationseinrichtungen arbeiten. Personell gut aufgestellt gelingt es dem dbv, politisch Gehör zu finden und vor allem Projektmittel für Öffentliche Bibliotheken zu akquirieren. Diese politischen und projektiven Kernkompetenzen, aber auch das institutionelle Netzwerk, das der dbv bundesweit aufgebaut und verstetigt hat, sollte zukünftig in die Tagungskonzeption einfließen.

Hier müssen Lösungen gefunden werden, wie sich dies realisieren lässt, ohne dass den Personalverbänden, wie in den letzten Verhandlungen fast geschehen, die finanzielle Grundlage für ihr Agieren um die Kongressplanung entzogen wird.

Ein neues Kongressgefüge ab 2020 schaffen

Für den BIB ist es ein wichtiges Ziel, mit allen vier Verbänden (BIB, BID, dbv und VDB) als bewährte, langjährige und kompetente Partner eine Strategie zu erstellen, ob und wie wir bis 2019 zu einem gemeinsamen Vertrag über ein neues Kongressgefüge ab 2020 kommen, in dem alle Verbände gleichberechtigte Veranstalter sind. Ein gemeinsamer Kongress muss finanziell gut aufgestellt sein, Kosten und Erträge müssen zu gleichen Teilen aufgeteilt werden, aber die Erträge müssen so zuverlässig sein, dass einerseits die Organisationsstrukturen in den einzelnen Verbänden refinanziert werden können, andererseits den steigenden Anforderungen der TeilnehmerInnen aber auch der ausstellenden Firmen kostendeckend Rechnung getragen werden kann.

Offene Fragen kooperativ angehen

Wir möchten den Kongress modern reorganisieren, neue Formate einbinden können und hochkarätige ExpertInnen von außen – aus anderen Fachbereichen aber vor allem auch aus anderen Ländern – auf unsere Tagungen einladen können. Wir möchten politischer werden und gleichzeitig weiterhin die Breite an Fachthemen an einem Ort gemeinsam – spartenübergreifend – diskutieren, um von- und miteinander zu lernen. Mehr Internationalität, mehr Interdisziplinarität und mehr Flexibilität in den Formaten – das alles wollen wir, indem wir einen Kongress der bibliothekarischen Verbände neu erfinden.

Der BIB ist sich sicher, dass wir gemeinsam eine Lösung finden können, um nach Abschluss eines entsprechenden Vertrags ab 2020 zusammen jährlich einen »Kongress: Bibliothek und Information« auszurichten.

BIB-Bundesvorstand



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