Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und die Gewerkschaft ver.di hat mit dem Fachwirt für Informationsdienste eine Weiterbildung auf der Grundlage des Berufsbildungsgesetzes (BBIG § 54) geschaffen, die von den zuständigen Stellen der einzelnen Bundesländer in Form einer Fortbildungsprüfungsregelung erlassen werden kann. Die Bundeseinheitlichkeit einer solchen Weiterbildung kann nach § 53 BBIG allerdings nur durch eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung erlassene Rechtsverordnung gesichert werden.
Dies ist bisher im Bereich der Privatwirtschaft von der Handelskammer Hamburg und der IHK für München und Oberbayern und im Bereich des öffentlichen Dienstes vom Regierungspräsidium Gießen in Hessen geschehen. Beim Bund wurde die Prüfungsordnung im Herbst 2009 vom Bundesverwaltungsamt, der zuständigen Stelle des Bundes, erlassen und im Februar 2010 veröffentlicht. Derzeit arbeitet eine Expertengruppe aus dem ABD-Bereich am Curriculum, intendierter Zeitpunkt für den Beginn der Fortbildung ist Herbst 2011. Das Verwaltungsseminar Frankfurt am Main ist die erste Einrichtung, die seit Januar 2009 auf der Grundlage der hessischen Prüfungsordnung einen berufsbegleitenden Fortbildungslehrgang anbietet. In Planung ist eine entsprechende Regelung bei der zuständigen Stelle des öffentlichen Dienstes in Niedersachsen.
Im Sommer 2010 wird in der Zeitschrift BuB ein ausführlicher Bericht zu dem Thema 'Fortbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten für FaMIs - Fachwirt versus Fachhochschule' erscheinen.
In der Ausgabe vom 04. Februar 2008 des Staatsanzeigers für das Land Hessen (Nr.6 S.366-371) wurde die Prüfungsordnung für die Durchführung von Fortbildungsprüfungen zum/zur Fachwirt/Fachwirtin für Informationsdienste vom 16.Januar 2008 publiziert und ist somit offiziell in Kraft getreten. Zudem hat der hessische Berufsbildungsausschuss in seiner gestrigen Sitzung das Curriculum für den entsprechenden Fortbildungslehrgang beschlossen und das
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um die Einrichtung entsprechender Vorbereitungslehrgänge gebeten.
Einen chronologischen Abriss des Entwicklungsprozesses beim Fachwirt, versehen mit kritischen Anmerkungen, liefert Karin Holste-Flinspach (BIB-Kommission für Aus- und Fortbildung, KAuF):
Kristina Lippold beleuchtet die neue Weiterbildung unter den Gesichtspunkten der monetären Erwartungen etwas näher: Der Fachwirt für Medien und Informationsdienste: Tarifliche Betrachtungen .
Auf zwei Informationsveranstaltungen im März 2005 (eine Weiterbildungsveranstaltung an der FU Berlin und eine Diskussionsveranstaltung auf dem Bibliothekartag in Düsseldorf) wurde von verschiedenen Seiten über den Stand der Dinge berichtet. Die geplante Weiterbildungsmaßnahme wurde im Plenum jeweils kontrovers diskutiert.
Der folgende Beitrag von Wiltraut Zick fasst den Stand der Diskussion zusammen: Wer braucht den Fachwirt für Medien- und Informationsdienste?
Beim 3. Leipziger Kongress hat Karin Holste-Flinspach in der Veranstaltung "Aus- und Fortbildung der Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste" am 20.3.2007 in ihrem Vortrag die Rahmenbedingungen und den Fächerkanon für die Fachwirtweiterbildung und den Fernstudiengang der FHS Potsdam gegenübergestellt.
Der Berufsverband Information Bibliothek sieht klar die Notwendigkeit, Beschäftigten der mittleren Qualifikationsebene in Bibliotheken und verwandten Einrichtungen die Möglichkeit einer anerkannten Weiterqualifizierung zu eröffnen. Der BIB unterstützt deshalb Bestrebungen zur Schaffung entsprechender Qualifizierungs- bzw. Aufstiegsmöglichkeiten.
Der von ver.di und DIHK angestrebte Fachwirt mit dem Abschluss "Fachwirt für Archiv-, Bibliotheks- und Dokumentationsmanagement" ist für den BIB jedoch aus mehreren Gründen problematisch:
Der BIB hat folgenden Beschluss gefasst:
Das Verfahren zur Implementierung des "Fachwirtes für Informationsdienste" (ver.di/DIHK) wird vom BIB aus den oben angeführten Gründen nicht mitgetragen. Diese Empfehlung geht auch an den bibliothekarischen Dachverband. Um den FaMIs zukünftig eine qualifizierte Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeit zu eröffnen, wird der BIB über die Konferenz der informatorisch-bibliothekarischen Ausbildungsstätten im DBV (KIBA) die Entwicklung entsprechender Angebote an den einschlägigen Fachhochschulen anregen und unterstützen.
Weitere bibliothekarische Fachverbände und die deutschen Archivare sehen das genau so: Bibliothek und Information Deutschland (BID) und der Verband deutscher Archivarinnen und Archivare (VdA) haben dazu am 30.6.2006 eine gemeinsame Pressemitteilung herausgegeben.
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Letzte Aktualisierung am 10.03.2010

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