Berufsverband Information Bibliothek e.V.


BAT-Tarifarchiv

Entgeltordnung zum TV-L : Debatte 2010-2012

BIB will Neuverhandlungen - offener Brief an ver.di

Der BIB hat die Fertigstellung der Entgeltordnung aber zum Anlass genommen, um in einem Schreiben an Onno Dannenberg, den Leiter des „Bereichs Tarifpolitik öffentlicher Dienst“ bei der ver.di-Bundesverwaltung, nochmals seine Positionen klarzustellen und damit auch auf das Schreiben von Herrn Dannenberg, das viele Einsender der Protestpostkarten erhalten haben, zu antworten.

Es gilt für den Bereich der Länder jetzt unverändert, weiterhin für Neuverhandlungen einzutreten bzw. bei dem versprochenen, aber noch nicht konkretisierten „Zweiten Schritt“, in dem „ein inhaltlich anderes Modell einer Entgeltordnung … erprobt und anschließend ausgewertet werden“ soll, abermals massiv die Interessen der Beschäftigten in Bibliotheken einzubringen.

Konsequenzen für die Beschäftigten in Kommunen und Bundeseinrichtungen

Über die ausstehenden Entgeltordnungen für die TVöD-Arbeitgeber wurde Anfang August 2011 bei einer Sitzung der Steuerungsgruppe auf Spitzenebene mit Bund und VKA (Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände) auch wieder einmal gesprochen. Hierüber heißt es in einer ver.di-Mitteilung:

„Mit dem Bund wurde Einvernehmen erzielt, die Tarifverhandlungen über eine Entgeltordnung zum TVöD auf der Grundlage des Abschlusses mit der TdL vom 10. März 2011 unter Einbeziehung bundesspezifischer Besonderheiten fortzusetzen. Die Verhandlungen sollen vor der Tarifrunde 2012 abgeschlossen werden. Die VKA erklärte ihre Verhandlungsbereitschaft, lehnte aber das TdL-Modell als Basis ab.“

Während mit der VKA deshalb abermals Stillstand und Streit herrschen, haben Verhandlungen über eine Entgeltordnung mit dem Bund Mitte November begonnen. Wie zitiert, sollen sie „vor der Tarifrunde“, d.h. vor März 2012, abgeschlossen sein. Der BIB wird über deren Fortgang berichten.

Offener Brief an ver.di

BIB sagt Nein zur "neuen" Entgeltordnung

Nach intensiver Prüfung ist der Berufsverband zur Einschätzung gelangt, dass diese Entgeltordnung für die Beschäftigten in Bibliotheken keine Fortschritte bringt. In einigen Bereichen führt sie sogar zu einer schlechteren Eingruppierung und weniger Aufstiegsmöglichkeiten. In diesem Zusammenhang ist besonders darauf hinzuweisen, dass viele Regelungen aus dem alten Tarifvertrag unverändert blieben. Die Entgeltordnung stellt damit Bezüge zu einer Arbeitswelt in Bibliotheken her, die wegen der digitalen und elektronsichen Angebote und Dienstleistungen sowie veränderter betrieblicher Organisationsformen schon lange nicht mehr existiert.

Die Ergebnisse der Tarifverhandlungen vom März 2011 hat BIB-Tarifexperte Wolfgang Folter in zwei Artikeln der Zeitschrift BuB dokumentiert und detailliert erläutert:

März 2011: Tarifparteien einigen sich

Im März 2011 haben die Tarifparteien vereinbart, dass die bis Mitte September 2009 erzielten Verhandlungsergebnisse für eine künftige Entgeltordnung Gültigkeit haben sollen.

Im Januar 2012 tritt die Entgeltordnung in Kraft. Hier finden Sie den Auszug aus den Tätigkeitsmerkmalen im Bereich des „Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L)" für Beschäftigte in Bibliotheken, Büchereien, Archiven und Museen.

Neue Entgeltordnung (Bibliotheksbereich)

Sachstandsbericht

Kommentar

Auf dem Bibliothekartag vom 7. bis 10. Juni 2011 in Berlin hat der BIB eine Protestkampagne gegen die neue Entgeltordnung gestartet. Während des Bibliothekartages gab es zwei Informationsveranstaltungen, außerdem haben Kongressteilnehmer/innen am 9. Juni 2011 vor dem Berliner Sitz der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) demonstriert.  

Für die Kampagne stellte der Berufsverband kostenlos Protestpostkarten zur Verfügung. Insgesamt wurden rund 15.000 Karten verteilt, davon über 6.300 Karten an alle BIB-Mitglieder

Darüber hinaus ging es darum, verstärkt Einfluss auf die Redaktionsverhandlungen der Tarifpartner ver.di und TdL zu nehmen.

Aufruf zur Demonstation in Berlin am 9. Juni 2011

Verhandlungen 2010

15.11.2010: Die Verhandlungen zur Entgeltordnung zum TV-L sind vorerst gescheitert, die TdL war nicht bereit, weiterzuverhandeln. Dazu Informationen von ver.di und von der TdL.

Die ver.di-Informationen:

Die Presseerklärung der TdL:

3.10.2010: Tarifverhandlungen zur Entgeltordnung gehen weiter: Presseerklärung des BMI zur Steuerungsgruppe.

28.2.2010: Das Ergebnis der Tarifrunde 2010 im Öffentlichen Dienst für die Beschäftigten in Bund und Gemeinden enthält auch als Anlage 2 eine Prozessvereinbarung für Bund und Gemeinden über die Verhandlungen zur Entgeltordnung zum TVöD. Hier finden Sie den Wortlaut der Prozessvereinbarung.

8.2.2010: Verhandlungen der Länder bis zur zweiten Jahreshälfte 2010 vertagt. Nähere Informationen in einem GEW-Flugblatt.

5.1.2010: Zwischenzeitlich hat ver.di auf unsere Stellungnahme reagiert. Es erreichte uns eine Antwort per Mail:

"Sehr geehrte Frau Riedel,
das Büro unseres Vorsitzenden hat uns Ihr Schreiben vom 4. Dezember 2009 weitergeleitet.
Ihre Forderung nach Streichung der speziellen Tätigkeitsmerkmale für Beschäftigte in Bibliotheken und Archiven und Eingruppierung der dortigen Beschäftigten nach den allgemeinen Tätigkeitsmerkmalen deckt sich mit den Vorstellungen der Arbeitsgruppe "Archive, Bibliotheken und Dokumentationseinrichtungen" unseres Bundesfachbereichsvorstands "Bildung, Wissenschaft und Forschung". Wir werden diesen Punkt bei der Fortsetzung der Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder im nächsten Jahr erneut einbringen.
Freuen würden wir uns, wenn Ihre Mitglieder die Durchsetzung dieser Forderung auch durch gewerkschaftliche Organisierung unterstützen würden.
Mit freundlichen Grüßen
Onno Dannenberg / ver.di-Bundesverwaltung, Ressort 12, Tarifsekretariat öffentlicher Dienst

23.12.2009

Verhandlungen 2009



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