Berufsverband Information Bibliothek e.V.


Berufliches Lernen im Ausland - ein Blick über den Tellerrand

Foto von Wiltraut Zick und Susanne Taege bei Moderation der Veranstaltung 'Berufliches Lernen im Ausland - ein Blick über den Tellerrand'

Wiltraut Zick und Susanne Taege moderierten die Veranstaltung 'Berufliches Lernen im Ausland - ein Blick über den Tellerrand'

Veranstaltung der Kommission für Ausbildung und Berufsbilder auf dem Bibliothekartag 2011

Auf dem diesjährigen Bibliothekartag in Berlin war die Kommission für Ausbildung und Berufsbilder neben dem Innovationsforum mit zwei weiteren Veranstaltungen vertreten.

Das Thema Berufliches Lernen im Ausland - ein Blick über den Tellerrand wurde vor über 200 Zuhörern in sechs Vorträgen und einer Podiumsdiskussion aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet. So gab Benjamin Blinten von BI International zunächst einen allgemeinen Überblick zum Thema und stellte verschiedene Fördermöglichkeiten vor. Sabine Stummeyer vom BIB ergänzte die Ausführungen mit Informationen über den BIB-Exchange, einer Initiative des BIB, die Verbandsmitgliedern bei der Suche nach Praktikumsbibliotheken im Ausland behilflich ist. Die Erfahrungen mit der Organisation von Auslandspraktika aus der Sicht der entsendenden Einrichtung standen im Mittelpunkt der Vorträge von Silke Beck (FH Köln) und Wiltraut Zick (Oberstufenzentrum Bürowirtschaft und Verwaltung Berlin), die speziell über das EU-Programm Leonardo da Vinci Mobilität für FaMI-Auszubildende berichtete. Dass ein ausländischer Praktikant eine Bereicherung für die aufnehmende Bibliothek sein kann, erläuterte Irma Pasanen von der Bibliothek der Aalto University in Helsinki. Juliane Keil, Kristin Schettler und Gina Seliger, FaMIs vom Oberstufenzentrum Berlin sowie Kati Koch, eine ehemalige Studentin der FH Hannover, schilderten anschaulich, wie sie ihre Auslandsaufenthalte erlebt haben und welche Vorteile sie daraus ziehen konnten, z. B. die Stärkung des Selbstbewusstseins, die Förderung der Sozialkompetenz und der Kommunikationsfähigkeit sowie die Erweiterung der Sprachkenntnisse. Nach eigenen Angaben war die interkulturelle Erfahrung für die persönliche und berufliche Entwicklung der Teilnehmer von großer Bedeutung. Simone Schütte von der UB der FU Berlin ergänzte die Podiumsdiskussion aus Ausbildersicht.

Auch wenn die Organisation und Durchführung der Praktika viel Engagement erfordert und meist mit einer Vorbereitungszeit von einem Jahr verbunden ist, lohnt sich der Aufwand nach Meinung aller an der Veranstaltung Beteiligten. Ein Auslandsaufenthalt ist damit unbedingt weiterzuempfehlen.

 

Die Veranstaltung Wege zum wissenschaftlichen Bibliotheksdienst im Spannungsfeld von wissenschaftlichem Studium und Berufsvorbereitung – Überblick, Erfahrungen, Perspektiven fand in Zusammenarbeit mit der VDB-Kommission für berufliche Qualifikation statt. Christian Oesterheld von der Staatsbibliothek zu Berlin gab zunächst einen Überblick über den derzeitigen Stand der Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten zum wissenschaftlichen Bibliotheksdienst. In der folgenden Podiumsdiskussion berichteten Miriam Hoelscher (FHB Münster), Christian Knoop (Bibliothek des Deutschen Museums München), Silke Berndsen (Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt), Anna-Katharina Huth (UB der HU Berlin), Silvia Czerwinski (UB Bielefeld) und Julia Mayer (Staatsbibliothek zu Berlin – PK) über ihre Entscheidung für das Referendariat bzw. das Studium und ihre Erfahrungen in der beruflichen Praxis. So wurden u. a. die Praxisanteile in den Ausbildungs- und Studiengängen als besonders wichtig angesehen. Themen wie Projektmanagement, Arbeitsorganisation, Verwaltung und Haushaltsführung sollten verstärkt im Unterricht behandelt werden, während RAK und IT eher in der praktischen Phase gewünscht wurden. Dem steigenden Bedarf an IT-Kenntnissen im Berufsalltag muss zusätzlich zu den in der Ausbildung bzw. im Studium erworbenen Kenntnissen durch entsprechende Fortbildung Rechnung getragen werden. Wobei die Bibliothekare angstfreier mit der EDV umgehen und sich mehr über die bestehenden Möglichkeiten informieren sollten. Eine Kommunikation zwischen den ausführenden EDV-Spezialisten und den Bibliothekaren ist wichtig, da beide auf die fachlichen Kenntnisse des anderen angewiesen sind. Ein abgegrenztes Abteilungsdenken erschwert die Situation allerdings oft. Abschließend zeigte eine Publikumsfrage, dass in den Stellenausschreibungen der Bibliotheken meist ein Fachstudium mit Referendarsausbildung gefordert wird, obwohl es durchaus Stellen gibt, die kein Fachstudium erfordern.



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