Berufsverband Information Bibliothek e.V.


Innovationsforum 2017

Die Verleihung des b.i.t.online-Innovationspreises: Eva May, Eva Bunge, Christine Niehoff und Karin Holste-Flinspach (von links). Foto: Sandra Schütte

Verleihung des b.i.t.-online Innovationspreises 2017 im Rahmen des 106. Deutschen Bibliothekartages in Frankfurt am Main

Donnerstag, 01.06.2017, 13.30 - 15:30 Uhr, Spektrum 1, Congress Center Messe Frankfurt

Drei herausragende Abschlussarbeiten wurden beim 106. Bibliothekartag in Frankfurt am Main mit dem b.i.t.online-Innovationspreis ausgezeichnet:

Eva Bunge: »Citizen Science in der Bibliotheksarbeit – Möglichkeiten und Chancen« Wie kann man Citizen Science, die Beteiligung der breiten Bevölkerung an wissenschaftlichen Projekten, in Bibliotheken einsetzen? Mit dieser Fragestellung hat sich Eva Bunge in ihrer Masterarbeit an der Humboldt-Universität zu Berlin beschäftigt.Citizen Science findet beispielweise bei großen Projekten wie Vogelzählungen  oder der Klassifikation von Galaxien  Anwendung. Auch Bibliotheken nutzen die Chance, die Bearbeitung von umfangreichen Daten auf viele Schultern zu verteilen. In der Masterarbeit werden verschiedene Projekte vorgestellt. Ein Beispiel ist das Projekt Building Inspector der New York Public Library , wo Freiwillige Gebäudeumrisse und Adressen auf historischen Karten erfassen. Die Kartensammlung soll mit historischen Dokumenten passend zu den jeweiligen Orten verknüpft werden, um ein Bild des Lebens in New York zu verschiedenen Zeiten zu erhalten. So wird auch ein Zugang zu weiteren Bibliotheksbeständen geschaffen. Eine Anwendung in Deutschland findet sich im Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin : Im Katalog des Museums hat jeder die Möglichkeit, mittels eines Kommentarfelds Anmerkungen und Korrekturen einzureichen. Außerdem kann die Position der erfassten Objekte in Google Maps bestätigt oder angepasst werden.Weiterhin gibt Eva Bunge Handlungsempfehlungen für Bibliotheken, die sich an Citizen-Science-Projekten versuchen wollen. Als immens wichtig erachtet sie die intensive Kommunikation und Interaktion mit den Freiwilligen, um sie langfristig zu motivieren.

Eva May: »Wissenschaftliche Bibliotheken und Stadtentwicklung«
Auch Wissenschaftliche Bibliotheken sind als Orte der Begegnung und Kommunikation bedeutender geworden, viele Neubauten beeindrucken durch ihre auffällige Architektur. Ob sie dadurch in Fragen der Stadtentwicklung eine größere Rolle spielen, untersuchte Eva May anhand von fünf europäischen Bibliotheken für ihre Bachelorarbeit an der Fachhochschule Potsdam –  unter ihnen der spektakuläre und international bekannte Neubau der Dänischen Königlichen Bibliothek in Kopenhagen, der auch als Schwarzer Diamant bezeichnet wird. Sie bezieht sich dabei auf ein dänisches Forschungsprojekt, das die Rolle der Öffentlichen Bibliotheken in einer Stadt als »Place« (in Bezug auf städtischen Raum und Stadtmarketing), »Space« (Bibliothek als Raum und seine Angebote) und »Relations« (Zusammenarbeit mit anderen Institutionen) betrachtet. Viele der im dänischen Projekt erarbeiteten Merkmale treffen auch auf die von May dargestellten Bibliotheken zu. Ihr Fazit lautet, dass Wissenschaftliche Bibliotheken eine wichtige Rolle in der Stadtentwicklung spielen. Sie müssten allerdings darauf achten, die Balance zwischen Popularität und wissenschaftlichen Ansprüchen zu halten.

Christine Niehoff: »Der Stille auf der Spur – an Exploration of Quiet Study Spaces in German and British University Libraries«
Zurück zum allgemeinen »Ruhe bitte« wolle sie nicht, sagte Christine Niehoff zu ihrer Masterarbeit, ebenfalls verfasst an der Humboldt-Universität zu Berlin. Doch das heute in Bibliotheken übliche offene Konzept, bei dem Gruppenarbeit sowie Essen und Trinken erlaubt seien, störe viele NutzerInnen in ihrer Konzentration. Niehoff beobachtete den Geräuschpegel und die Arbeitsweisen in zehn deutschen und britischen Universitätsbibliotheken. Die von ihr am häufigsten festgestellte Arbeitsform: Einzelarbeit in Gruppen mit gelegentlichem Flüstern. Doch auch leises Reden wirke störend. Niehoff stellt in ihrer Arbeit die Vorteile von Zonierung, die Unterteilung der Bibliothek in laute, leise und stille Bereiche, heraus. Wichtig seien eine kluge Anordnung von Servicebereichen, passende Möblierung und ein Angebot an abgeschlossenen Räumen. Eine gute Beschilderung helfe, ruhiges Verhalten in entsprechenden Bereichen durchzusetzen. Generell wünschten sich Studierende die Überwachung der Ruhevorschriften durch das Bibliothekspersonal. Einige britische Bibliotheken bieten dafür sogar ein SMS-Benachrichtigungssystem an.

Wer Details nachlesen möchte: Alle Arbeiten wurden in der Reihe b.i.t.online INNOVATIV  veröffentlicht.

b.i.t.online- Innovationspreis 2018: Call for papers

Die Kommission für Ausbildung und Berufsbilder des Berufsverbands In-formation Bibliothek (BIB) lädt Sie, in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift »b.i.t. online«, ein, Ihre Bachelor-, Master- und Diplomarbeiten oder Ihre (Studien)Projekte aus dem Bereich Bibliothek, Information und Dokumen-tation auf dem Bibliothekartag vom 12.-15. Juni 2018 in Berlin persönlich vorzustellen.

Von den eingereichten Arbeiten werden drei für die Präsentation in Berlin ausgewählt. Jede präsentierte Arbeit erhält den b.i.t. online-Innovationspreis und wird mit 500 Euro prämiiert. Geeignete Arbeiten werden in der Buchreihe »b.i.t. online innovativ« veröffentlicht.

Die Preisträger erhalten darüber hinaus eine einjährige kostenlose Mitgliedschaft im BIB.
Nutzen Sie diese Chance, sich und Ihre Arbeit der Fachwelt bekannt zu machen. Bitte senden Sie schon jetzt, aber spätestens bis zum 01. Dezember 2017 eine Kurzfassung (circa zehn Seiten) Ihrer Arbeit beziehungsweise Ihres Projektes und deren Bewertung sowie das Inhalts- und das Literaturverzeichnis, außerdem Ihren Lebenslauf vorzugsweise per E-Mail an die oben genannte Kommission für Ausbildung und Berufsbilder (KAuB).



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