Berufsverband Information Bibliothek e.V.


(Bild-)Bericht von den Aktivitäten der Kommision beim Bibliothekartag 2009

Ein Bibliothekartag Anfang Juni - ein Zuckerschlecken für jene, die die kalten, windigen Konferenzen Ende Februar oder Anfang März nicht schätzen! Auf nach Erfurt, Hauptstadt des hügeligen Thüringens mit der schönen Innenstadt und den freundlichen Menschen. Obwohl: So richtig schön war es nur am ersten Tag, danach war es wieder kühler und windiger. Aber kein Vergleich zu Februar oder März!

Jedenfalls: Vom Dienstag ist nur kurz zu berichten, bot er doch für zwei Kommissionsmitglieder Sitzungen im Augustinerkloster, zum einen im Vereinsausschuss des Berufsverband Information Bibliothek (BIB), zum anderen im Beirat der Arbeitsgemeinschaft der Spezialbibliotheken (ASpB). Die Sitzungszimmer waren länglich und dunkel - kein gutes Ambiente für Fotos... Sehen Sie sich deshalb lieber die Webseite des Klosters an und gehen wir deshalb gleich zum nächsten Tag über, indem wir diverse Anmeldemodalitäten und erste Kontakte mit den Hallen der Messe Erfurt überspringen! - Nicht vergessen werden sollte aber unser Scout Werner Tussing, der sich an diesem Nachmittag bereits mit allen Räumlichkeiten vertraut machte, damit wir an den folgenden Tagen keine unliebsamen Überraschungen bekamen.

Den Mittwoch nutzten zwei der anwesenden Kommissionsmitglieder, um die Halle 2 zu besuchen, die Stände anzusehen, die teilweise noch im Aufbau begriffen waren, Leute zu treffen (hier links sehen Sie den Kommissionsvorsitzenden Frank Merken im Gespräch mit Meinhard Motzko am BIB-Stand) und Kaffee zu trinken.

Währenddessen hatte sich das dritte anwesende Kommissionsmitglied an einem Stand verdingt, welche zu dieser Zeit noch wenig frequentiert war, später aber durchaus Furore machte: Die "Zukunftswerkstatt".

Diese Initiative hatte sich Sponsoren gesucht und einen größeren Stand mit Geräten bestückt, um Bibliothek 2.0, Gaming und Wii-Konsolen zu zeigen und möglichst auch ausprobieren zu lassen. Zukunft zum Anfassen, sozusagen.

Entdecken Sie unser Kommissionsmitglied auf dem Bild? Nein? Nun, etwas im Hintergrund ...

... deshalb hier noch einmal mehr im Vordergrund. Jürgen Plieninger half bei der Einrichtung der Laptops und des Wikis, welche dann den Beratungen und dem Ausprobieren zugrunde lagen.

"Bibliothek 2.0" - der Einsatz von Weblogs, Wikis, RSS und anderen Komponenten des Web 2.0 in der Bibliotheksarbeit - und die OPL-Kommission sind ja durchaus zwei zusammengehörige Dinge, da die Kommission viele "Checklisten" zum Thema veröffentlicht und ebenso Workshops in diesem Gebiet organisiert hat.

"Schreiben über die eigene Bibliothek" war Thema des Workshops für OPLs von Corinna Haas am Mittwoch vormittag. Corinna Haas ist Bibliothekarin am ICI Kulturlabor Berlin; die Teilnehmer/innen kamen aus kleinen Spezialbibliotheken, aber auch aus einer Verbundzentrale.

Zunächst ging es um die Frage, wie man von einzelnen PR-Aktionen zu einem praktisch ausgerichteten Kommunikationskonzept findet. Dann wurden einzelne Kommunikationsinstrumente genauer beleuchtet, etwa der Newsletter: Für wen schreiben wir den, wie gegliedert, in welchem Stil, wie oft, und wie wird er publiziert? Per E-Mail, im Blog, am Schwarzen Brett in der Küche, oder alles zusammen?

Im Zentrum des Workshops stand jedoch die Präsentation mitgebrachter Materialien wie Flyer und Lesezeichen sowie der eigenen Bibliothekswebsites. Die Workshopteilnehmer/innen tauschten Kommentare, Kritik und Tipps zur Überarbeitung aus und genossen sichtlich, dass sie dafür einmal Zeit und Gelegenheit fanden. Schön war auch, wie sich der die Veranstaltung betreuende Techniker plötzlich in die Diskussion einschaltete: Er studiere Medienkommunikation und wolle jetzt auch gern unsere Bibliotheksflyer sehen.

Als Ergebnisse des in Erfurt ausgelösten Kreativitätsschubs haben mehrere Teilnehmer/innen im Juli ihre Skizzen für Kommunikationskonzepte herumgeschickt..

Dann ging es mittags quer durch die Stadt hinüber zur Universitätsbibliothek, in deren Sitzungszimmer der Workshop zum Thema Interessenkreise stattfinden sollte. Da im Vorfeld nur eine Anmeldung zu verzeichnen war, überlegten wir, ihn abzusagen, mussten dann jedoch bei einem Blick ins Tagungsprogramm feststellen, dass die vorherige Anmeldung nicht mit ins gedruckte und Online-Programm übernommen worden war! Um Kolleginnen und Kollegen nicht zu verprellen, die extra kamen, führten wir den Workshop trotzdem durch. Es kamen drei Teilnehmerinnen, zwei aus einer Öffentlichen und eine aus einer Fachhochschulbibliothek, so dass wir den Workshop zu fünft bestritten! So war es gut möglich, sich eingehend mit den Interessen und Fragen einer jeden zu befassen und sogar einen Vergleich zwischen Öffentlichem und Wissenschaftlichem Bibliothekswesen zu ziehen. Für die Teilnehmerinnen jedenfalls war der Workshop gelungen, und so war auch der Dozent Frank Merken sehr positiv gestimmt, den Sie hier auf dem Bild vor dem Workshop noch etwas skeptisch gestimmt sehen.

Am Donnerstag fand vormittags die Mitgliederversammlung des BIB im Kongresszentrum statt. Wer nach längerem Suchen (der Haupteingang war sinnigerweise geschlossen) dann den Weg gefunden hatte, stiess auf unseren Kommissionsvorsitzenden, der am Einlass Dienst schob und hier auf dem Bild gerade einen Ex-OPL bedient, Elmar Bickar aus Aachen, aktiv in der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen und zugleich aktiv als Vorsitzender der Kommission für Verbandsmarketing und Verbandskommunikation.

Jürgen Plieninger hatte sich die Ecke hinten links ausgesucht, um nebenher noch an seinem Vortrag am Nachmittag zu feilen und schleifen. Logistisch eigentlich gut gedacht, es war zunächst eine ruhige Ecke, bald darauf aber wurden dort die Poster der BIB-Kommissionen angebracht, auf der deren Arbeit des letzten Jahres zusammengefasst war. Auch das Poster der OPL-Kommission war mit vertreten. Nun, da er sich schon niedergelassen hatte, blieb er auch.

Es siedelten sich dann noch weitere Kommissionsmitglieder dort an, hier rechts der Vorsitzende Frank Merken und in der Mitte Dorothee Eberbach-Houtrouw, langjähriges (Gründungs-)Mitglied der OPL-Kommission, zurzeit in der BIB-Kommission für Bibliothekspolitik engagiert.

Aber auch Denise Digrell (aus Köln), neues OPL-Kommissionsmitglied, die als solches in der Mitgliedsversammlung kurz vorgestellt wurde, gesellte sich zu den anderen Kommissionsmitgliedern.

Hier ist sie  in der Pause vor dem Poster der OPL-Kommission beim Gespräch mit Frank Merken zu sehen.

Nachmittags fand dann die Veranstaltung "Robinson revisited" zur Theorie und Praxis des OPL-Ansatzes in Halle 2, ganz hinten in einem industriemäßig anmutendem Raum statt.

Jürgen Plieninger hielt den Vortrag zur Vergangenheit und Zukunft des Ansatzes, hob zu Anfang und Ende vor allem auf Bilder und Metaphern der Arbeit von One-Person Librarians ab und schilderte die Entwicklung der elektronischen Medien und Geräte als Gefahr, Herausforderung und Chance für die Arbeit von One-Person Librarians.

Von der Möglichkeit, nach den einzelnen Abschnitten Fragen stellen und Bemerkungen abgeben zu können, wurde durchaus Gebrauch gemacht. So ergänzten Kolleginnen Einzelheiten aus ihrer Praxis und der Vortragende wurde in seiner skeptischen Einschätzung, ob die Auftragsrecherche noch eine tragende Dienstleistung ist, die ein/e OPL erbringen kann, von einer Kollegin aus einer Anwaltskanzlei berichtigt, dass dies immer noch ein Kernstück ihrer Tätigkeit sei.

Der Text des Vortrages wird derzeit noch überarbeitet und dann auf dem BIB-OPUS-Server veröffentlicht, wo derzeit viele Vorträge und Präsentationen des Bibliothekartages veröffentlicht werden. - Sie werden darüber benachrichtigt und der Vortrag wird hier an dieser Stelle verlinkt!

Der Vortrag wurde dann hervorragend durch zwei Praxisberichte ergänzt. Den ersten hielt Dorothee Eberbach-Houtrouw, die ihre mehr als fünfzehnjährige Tätigkeit in der Bibliothek des aid-infodienst Bonn Revue passieren ließ, die mannigfaltigen Veränderungen schilderte und zeigte, wie sie die mannigfaltigen Herausforderungen bewältigte.

Der Praxisbericht wird hier auf der Homepage der OPL-Kommission veröffentlicht und auch von hier aus verlinkt werden.

Danach hielt Eric Retzlaff aus Mannheim seinen Praxisbericht. Er leitet seit einem Jahr die Bibliothek des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Mannheim und zeigte, wie er den Spagat zwischen dem Angebot elektronischer Dienstleistungen und den klassischen Bibliothekstätigkeiten löst.

Auch sein Vortrag wird hier veröffentlicht und angezeigt werden.

Im Anschluss an den Vortrag und die beiden Praxisberichte blieben etliche der ca. 50 Teilnehmer/innen noch ein Stündchen zum traditionellen gemütlichen Beisammensein bei Getränk und Knabbergebäck.

Die Möglichkeit zum Austausch und Gespräch wurde genutzt!

Am Freitag dann fand die "OPL on Tour" statt, die Exkursion mit 10 Teilnehmerinnen/Teilnehmern zu zwei One-Person Libraries. Während der Fahrt mit der Straßenbahn stellte sich heraus, dass zwei Kolleginnen bereits seit dem ersten Mal (anläßlich der ASpB-Tagung 2003 in Stuttgart) mit dabei sind!


Als erstes besuchten wir die Zweig- und Schulbibliothek Johannesplatz in einem weiter außen liegenden Stadtviertel Erfurts. Sie liegt inmitten einer Integrierten Gesamtschule und man merkte, dass sowohl die Kollegin, Frau Märker, und damit auch die Institution wirklich voll ins Schulgeschehen integriert ist. Nicht nur, dass 12.000 Medieneinheiten angeboten werden, es wird beraten, es werden Veranstaltungen gemacht, thematische Bücherkisten gepackt und, und, und ... Man merkte, dass die Kollegin gefordert, aber auch zufrieden ist. Ein OPL-Schicksal, gewissermaßen...

Der zweite Besuch galt der Bibliothek im Augustinerkloster, welche im Jahr 1646 als Stiftung der evangelischen Pfarrer der Stadt Erfurt gegründet wurde.

Der Leiter der Bibliothek, Dr. Michael Ludscheidt, schilderte im achtungsgebietenden Saal, dem ehemaligen Schlafsaal des Klosters, mit vielen Fachböden die wechselvolle Geschichte des Bestandes mit rund 13.000 Handschriften und Drucken, deren Entstehungsjahr vor 1850 liegt, aber auch mit moderneren Werken ab diesem Zeitraum.

Und man merkte, dass den Kollegen die selben Sorgen drücken, wie einen selbst: Muss die Bibliothek geschlossen werden, wenn man selbst nicht da ist? Was ist mit dem knappen Platz?

Abschied! Nach der Verabschiedung der Teilnehmer/innen an der letzten Führung begab sich die Kommission in ein nahe gelegenes Wiener Kaffeehaus, um sich noch einmal vor der Heimfahrt zu stärken. Von links nach rechts: Jürgen Plieninger, Frank Merken und Denise Digrell.

Regina von Berlepsch hatte leider nicht kommen können, da sie in der Bibliothek gebraucht wurde, obwohl sie den Bibliothekartag schon lange mit- und eingeplant hatte. Und Werner Tussing war stets hinter der Kamera, deshalb auf diesen Bildern auch nicht zu sehen. Wirklich nicht?

... deshalb sei zum Schluss noch dieses Bild gezeigt, auf dem Werner Tussing ebenfalls (wenn auch nur durch's Gitter) zu sehen ist, da wir es geschafft haben, den Apparat einer Kollegin in die Hand zu drücken. (Dankeschön ins Saarland!)

 Solch' ein Kaffeehaus bräuchte es nächstes Frühjahr in Leipzig, wo turnusgemäß der Bibliothekskongress stattfindet - und sicher wieder die kalten Winde wehen werden!



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