Berufsverband Information Bibliothek e.V.


Das Ende der Bescheidenheit - Jahresbericht der Kommission für One-Person Librarians 1997/1998

Ein "Ende der Bescheidenheit" forderte schon Heinrich Böll 1969 von Deutschlands Dichtern und Denkern anläßlich der Gründung des Verbands deutscher Schriftsteller. Übertragbar wäre dies sicher auch auf die Gruppe der bibliothekarischen Einzelkämpfer, die sich nun nach vielen Jahren des Schattendaseins verstärkt bemerkbar macht. Der VdDB erkannte die Zeichen der Zeit und rief im Mai 1997 die "Kommission One-Person Librarians" ins Leben, die sich um die Belange der bibliothekarischen Robinson Crusoes kümmern soll. Seit 1994 bereits engagiert sich der Verein für diese Bibliotheksgruppe, zum Beispiel durch die Durchführung von mehrtägigen Seminaren mit wechselnden, immer aber praxisnahen Themenstellungen.

Der Aufbau eines Netzwerks, die Förderung des Erfahrungsaustauschs untereinander und ein noch vielfältigeres, auf die Bedürfnisse von Einzelbibliothekaren ausgerichtetes Seminarangebot sind die Kernpunkte aus dem Aufgabenkatalog der Kommission.

Fortbildungsveranstaltungen


Die in bewährter Zusammenarbeit mit dem Hochschulbibliothekszentrum Köln (HBZ) durchgeführten Veranstaltungen orientierten sich an der Praxis in Kleinstbibliotheken. Bislang wurden sieben zweitägige Seminare zu Themen wie "Erwerbung, Haushalt, Recht", "Internet", "Sponsoring", "Selbstmanagement für One-Person Librarians" und "Presse- und Öffentlichkeitsarbeit" angeboten. Das Fortbildungsprogramm für das 2. Halbjahr 1998 sieht folgende Veranstaltungen vor:

* 30.-31. Oktober: Selbstmanagement für One-Person Librarians. Referentin: Eva Havenith (Wiederholungskurs wegen der großen Zahl von Anmeldungen; Ankündigung in diesem Heft)

* 13.-14. November: Image und Management von One-Person Libraries - Betriebswirtschaftliches Grundwissen für Bibliothekare in kleinen Bibliotheken. Referent: Meinhard Motzko (Ankündigung in diesem Heft).

Für 1999 sind in Zusammenarbeit mit dem HBZ vier mehrtägige Veranstaltungen geplant.

Sommerkurs


Gerade die neuen Technologien revolutionieren den Alltag in kleinen Bibliotheken. Den Mut zum ersten Schritt möchte der diesjährige VdDB-Sommerkurs vom 24. bis 28. August in der UB Konstanz vermitteln, der sich mit dem Thema "Internet in OPLs" gezielt an die bibliothekarischen Einzelkämpfer richtet.

Adressenpool


Daß in der sich nun abzeichnenden Informationsgesellschaft in den kleinen Bibliotheken nicht nur ein hohes Maß an Flexibilität gefordert ist, sondern auch ein stärkerer Erfahrungsaustausch mit Kollegen und Kolleginnen hilfreich sein kann, ist vielen One-Person Librarians bereits klar. Beinahe tausend Bibliothekare aus Kleinstbibliotheken machten durch die Rücksendung des Fragebogens, in dem sie für das Adreßverzeichnis von One-Person Libraries um Angaben zu ihrer Bibliothek gebeten wurden, deutlich, daß sie an einem verstärkten Austausch interessiert sind. Der so entstehende OPL-Adressenpool soll in Kürze auch über das Internet zugänglich sein. Den Fragebogen erhalten Sie bei Jens Lazarus, British Council Leipzig, Telefon 0341-564-6712, Fax 0341-5647-152.

"Grau, teurer Freund, ist alle Theorie"


Da müssen wir Goethe einmal widersprechen. Gerade die fortschrittlichen Entwicklungen in den USA schlagen sich in zahlreichen Publikationen nieder, die auch deutschen Solisten einen anschaulichen Einblick in die amerikanische OPL-Welt bieten. Eine Literaturliste mit deutsch- und fremdsprachigen Titeln zum Thema OPL stellt die Kommission zur Zeit zusammen.

Daß Fachliteratur außerordentlich bunt sein kann, beweist der vom VdDB 1997 herausgegebene Reader "Das Robinson Crusoe-Syndrom und was man dagegen tun kann", in dem 24 Bibliothekare aus deutschen OPLs einen anschaulichen Einblick in das Selbstverständnis der bibliothekarischen Einzelkämpfer bieten. Die Berichte wollen keine Checklisten sein oder Handlungsanweisungen bieten, sondern wollen Einblick in das vielfältige Tätigkeitsspektrum der One-Person Librarians geben. Überaus ehrlich beleuchten die Verfasser ihren bibliothekarischen Alltag als Robinson Crusoes des Bibliotheksbetriebs, und sie zeigen deutlich, daß sie sich nicht fatalistisch dem System ergeben, sondern sich auf die Suche nach individuellen Lösungsmöglichkeiten begeben. Den OPL-Reader erhalten Sie bei Marianne Saule, UB Regensburg, 93042 Regensburg, Fax 0941-943-1959.

Der Frankfurter Bibliothekartag


Trotz der unterschiedlichen Ausgangslagen und den speziellen Informationsbedürfnissen der jeweiligen Trägerinstitution können wichtige Informationen und Tips an andere Solisten weitergegeben werden. Dies belegte das erste große OPL-Treffen auf dem Dortmunder Bibliothekskongreß. Wegen des positiven Echos wird während des Frankfurter Bibliothekartags zum zweiten Mal ein solches Treffen angeboten und zwar am 3. Juni (Mittwoch) von 11.00 bis 13.00 Uhr. Zuvor (ab 9.00 Uhr) informiert Meinhard Motzko vom PraxisInstitut Bremen über "Image und Management von One-Person Libraries" - denn zu den strategischen Zielen der Einzelkämpfer muß die Verbesserung des Images der eigenen Bibliothek zählen -, und im Anschluß daran zeichnen Werner Tussing, Saarbrücken, und Ute Doffing, Leipzig, ein anschauliches Bild ihrer Situation in einer Kleinstbibliothek. Alle OPL-Veranstaltungen finden in Hörsaal 4 statt.

Ich würde mir wünschen, daß OPL-Treffen und Veranstaltungen, die sich speziell an die Gruppe der Einzelkämpfer richten, bei der Programmgestaltung zukünftiger Bibliothekartage fest eingeplant werden.

Regina Peeters, Europäisches Übersetzer-Kollegium Straelen, Vorsitzende der VdDB-Kommission



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