Berufsverband Information Bibliothek e.V.


Bericht von der Fortbildungsveranstaltung "Pressearbeit"

"Trommeln lernen" oder "Wie kommen wir in die Zeitung?"

Am 27. Juni war es soweit, in der Hochschule der Medien (HdM), Stuttgart fand ein BIB-Workshop zur Pressearbeit für Bibliotheken und andere Informationseinrichtungen statt. Schon in der Vorstellungsrunde wurde deutlich, die Teilnehmer hatten hohe Erwartungen und wollten „Trommeln lernen“, wie eine Teilnehmerin es auf den Punkt brachte. Und das sollten sie auch, Referent Michael Reisser, Geschäftsführer der BIB-Geschäftsstelle in Reutlingen stellte gleich die erste praktische Aufgabe: Er führte eine Pressekonferenz vor und die Teilnehmer hatten eine Pressemitteilung zu schreiben. Reisser arbeitete mit der Gruppe die für eine gelungene Pressemitteilung kennzeichnenden sprachlichen Stilmittel und Gliederungsmerkmale heraus. Wörtliche Rede und wertende Attribute sind wichtig, aber genauso bedeutend ist es, dass die Aussagen nicht verfälscht werden dürfen. Reisser fasste knapp zusammen: „Wer, was, wann, wo, wie und warum? Was passiert da?“ Relativ früh müssen Fakten verdeutlichen, um was es bei der Mitteilung geht. Wesentlich ist auch zu prüfen, ob die situationsbezogene Pressearbeit zur Kommunikationsstrategie der Einrichtung passt. „Ist das in der Gesamtheit des Jahres vermittelte Bild, das was wir möchten? Jede einzelne Pressemitteilung ist wie ein Mosaiksteinchen und zusammen ergeben sie das Gesamtbild unserer Einrichtung.“  

Wie sieht ein gutes Pressefoto aus, lautete die spannende Frage im zweiten Teil der Veranstaltung. Dynamik, Asymmetrie und Motivnähe machen Fotos interessant. Bei den Übungen erlebten die Teilnehmer, dass prägnante Details und beschnittene Porträts ansprechender auf den Betrachter wirken, als manche gut gemeinte Gruppenaufnahme.  

Reisser, der lange Jahre als freier Mitarbeiter bei der Presse tätig war, erklärte der Gruppe, wie in der Regel der Tagesablauf eines Journalisten gestaltet ist. Mit diesem Hintergrund­wissen wurde es den Teilnehmern klar, zu welchen Tageszeiten es quasi unmöglich ist, Kontakt mit dem zuständigen Journalisten aufzunehmen und zu pflegen. Reisser machte immer wieder deutlich, dass ein guter Kontakt zur Presse nur dann möglich ist, wenn nicht die eigenen Bedürfnisse im Mittelpunkt stehen, sondern nach den Bedürfnissen der Journalisten gefragt wird.  

Nachdem Reisser die Formen Presseinformation und Presseerklärung charakterisiert hatte, wurde es nochmals richtig spannend. Vor laufender Kamera übten die Workshop-Teilnehmer das Verhalten beim Fernseh-Interview. Wohin schaut der Interviewte, welche Gestik ist angebracht, was und wie viel soll bei einem Interview gesagt werden, stimmt das Ambiente, wie ist das richtige Sprechtempo, was mache ich mit meinem Dialekt? Fragen über Fragen - Reisser wusste und gab die Antworten. Nach so vielen praktischen Tipps zur erfolgreichen Pressearbeit, nannte Reisser abschließend noch Möglichkeiten, wie die eigene Pressearbeit aussagekräftig evaluiert werden kann.  

Fazit der Teilnehmer am Ende eines langen Tages: Der Workshop war ausgesprochen informativ, praxisnah und abwechslungsreich. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank dem Referenten Michael Reisser für die gelungene Gestaltung der Veranstaltung, den Teilnehmern für die aktive Mitarbeit und der Hochschule der Medien für die Nutzung der Räumlichkeiten wie auch der ausgesprochen guten technischen Ausstattung.  

Anette Kugler (UB Hohenheim) Landesvorstand Baden-Württemberg

 



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