Berufsverband Information Bibliothek e.V.


Die Zukunft beginnt jetzt!

Am 11. November fand bereits der dritte Teil der Fortbildungsreihe „Der Katalog der Zukunft“ statt. Bisher allein vom VDB-Regionalverband Südwest organisiert, wurde er dieses Mal in Kooperation mit der BIB Landesgruppe Baden-Württemberg an der UB Stuttgart veranstaltet.

Die TeilnehmerInnen erwartete ein vielfältiges und interessantes Programm: Martin Blenkle (SuUB Bremen) berichtete von 10 Jahren E-LIB Bremen und den „Erfahrungen beim Betrieb eines etwas anderen Katalogs“. Die Kataloge müssen den Bedürfnissen von heute angepasst werden und dürfen gerne Spaß machen oder auch „Assistent für die entdeckende Suche“ sein. Neues gab es auch vom „HEIDI“-Katalog der UB Heidelberg in Form eines „Baustellenberichtes“ und den „Hits und Flops“ verschiedener Funktionen. Leonhard Maylein (UB Heidelberg) brachte auch Zugriffsstatistiken mit und erläuterte, dass der Sprung zu externen Datendiensten wie BibTip sehr gerne gemacht wird. Die mobile OPAC-Variante wird bisher hingegen kaum genutzt. Damit stellte sich u. a. die Frage, wie groß die Zukunft für mobile Oberflächen ist und, ob nicht die neuen Geräte die „normalen“ Websites in Zukunft genauso gut darstellen können. Vor der Mittagspause brachte Sonja Öttl (HTW Chur) interessante Usability-Informationen in die Bibliothekswelt. Allgemeines Credo: Niemals interne Arbeitsabläufe auf den Benutzer abwälzen! Das passiert leider oft, wenn die Gestaltung des Katalogs zu sehr durch interne Sichtweisen geprägt ist und zu wenig auf den Anwender zugeschnitten ist. Ansonsten kann man schon mit kleinen Änderungen die Bedienfreundlichkeit sehr verbessern. Das „Chur Evaluation Laboratory“ hat dazu einen Fragenkatalog entwickelt, anhand dessen man die eigene Website und den Katalog auf kritische Punkte begutachten kann (www.cheval-lab.ch/leitfaden-bibeval/).

In den Nachmittag startete Hans-Bodo Pohla (Stadtbibliothek Amberg) mit dem spannenden Thema „Mit einer App zum Katalog!? – Kataloganwendungen für mobile Endgeräte“. Er stellte u. a. den OPACplus der BSB München vor. Spannend war auch, wie unterschiedlich die Bibliotheken auf der ganzen Welt die verschiedenen Katalogfunktionen umgesetzt haben. Und wäre es zukünftig nicht fantastisch, wenn uns das Gerät nach der Recherche via WLAN-Ortung oder RFID direkt ans Regal und zum gesuchten Medium führen würde?

Über all den Katalogfunktionen darf die Datenbasis, auf der die Kataloge aufsetzen, nicht vergessen werden. In diesem Zusammenhang ging Heidrun Wiesenmüller (HdM Stuttgart) der Frage nach, ob und wie man die Ländercodes, die seit langem in Schlagwortnormsätzen erfasst werden, für die Recherche in Katalogen besser nutzen kann. Mittels einer Testinstallation des BSZ konnte die Recherche mit geänderter Indexierung der Ländercodes getestet werden. Man erhält deutlich größere Mengen an relevanten Treffern und damit auch einen sinnvollen Ausgleich zum oft problematischen Prinzip des engen Schlagworts. Überdies wird das Input-Output-Verhältnis der Sacherschließung verbessert. Fazit: es ist „relativ schnell und einfach zu realisieren, bringt erhebliche Vorteile, hat natürlich aber auch seine Grenzen“.

Harald Reiterer (Universität Konstanz) nahm uns zum Abschluss mit auf eine Reise in die Zukunft und begeisterte mit der Idee der „Blended Library“, die die Arbeitsgruppe „Mensch-Computer-Interaktion“ der Universität Konstanz entwickelt hat. Dabei geht es „weg von der Entwicklung rein virtueller Welten hin zu Einbettung von Informationstechnologien in die soziale und physische Welt einer Bibliothek“. Lassen Sie sich inspirieren unter http://hci.uni-konstanz.de

Eine sehr gelungene Veranstaltung, die Lust auf Zukunft macht!

Isabell Leibing, BIB Landesgruppe Baden-Württemberg



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