Berufsverband Information Bibliothek e.V.


Besichtigung der Peter-Weiß-Bibliothek in Hellersdorf mit dem BIB

Mit dem Vorstand der Peter-Weiß-Bibliothek in Berlin-Hellersdorf

Mit dem Vorstand der Peter-Weiß-Bibliothek in Berlin-Hellersdorf

Am 17. März 2008 war die Landesgruppe Berlin des Berufsverbands Information Bibliothek (kurz: BIB) mal wieder auf Besichtigungstour in Berlin unterwegs. Es war diesmal nur eine ganz, ganz kleine Gruppe, aber es war ja auch nur eine ganz, ganz kleine Bibliothek, die wir besichtigten: die Peter-Weiß-Bibliothek in Hellersdorf. Aufgrund der vorab eingeholten Informationen hatte ich so eine Art ehrenamtlich geführte Ersatz-Stadtteilbibliothek erwartet, aber was wir vorfanden, war dann letztlich eine kleine Spezialbibliothek.

1990 durch einen parteipolitisch unabhängigen Förderverein gegründet, der in einer Zeit des Umbruchs den Erhalt von Kulturgut sichern wollte, ist sie heute eine ca. 10.000 Bände umfassende Spezialbibliothek für Quellen zur Sozial- und Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts allgemein und insbesondere der DDR und der ostdeutschen Bundesländer nach 1990, für die Geschichte der Arbeiterbewegung, demokratischer und sozialer Bewegungen sowie des Widerstands gegen Faschismus und Krieg. Sie enthält allgemeinverständliche Fachliteratur, Biografien, Memoiren und Belletristik, darunter viele wertvolle Editionen aus DDR-Verlagen. In dieser einzigartigen Zusammenstellung ist die kleine Bibliothek eine Fundgrube für Historiker, Kultur- und Literaturwissenschaftler, Studenten und interessierte Laien.

2002 erhielt die Bibliothek den Namen Peter-Weiss-Bibliothek. Seit ihrer Gründung ist sie schon mehrfach umgezogen, durch ihre rege und interessante Veranstaltungstätigkeit aber immer ein kultureller Anziehungspunkt für die Hellersdorfer Bevölkerung geblieben. Der derzeitige Standort befindet sich in der Hellersdorfer Promenade, die vor Jahren noch der kommerzielle Mittelpunkt des Stadtteils war, jetzt aber abstirbt, seit in der Nähe der U-Bahnstation Hellersdorf ein neues Einkaufszentrum eröffnet hat.

Um den Bestandsaufbau, die Katalogisierung in Allegro-C, die Benutzerbetreuung, die Lesungen, Kontakte zu Partnereinrichtungen und die Aufrechterhaltung der Öffnungszeiten kümmern sich die etwa 30 Ehrenamtlichen des Vereins, darunter auch pensionierte Bibliothekarinnen und Bibliothekare. Der Bibliothek muss quasi ohne Etat auskommen. Die Bezirksverwaltung stellt geringe Fördermittel zur Verfügung, daher ist es ein großer Vorteil, dass die Bibliothek ihre Räume auf 66 m² (!!!) zumindest mietfrei nutzen darf.

Wer aus einer großen und reichen Bibliothek kommt, staunt jedenfalls erst einmal, welches bibliothekarische Leben es am anderen Ende des Spektrums hier in Berlin auch noch gibt. Die BIB-Mitglieder waren von dieser Art Bibliotheksarbeit außerordentlich beeindruckt, und wir finden es gut, dass es diesen Bestand in Berlin gibt.

Frank Redies (in Zusammenarbeit mit Jana Haase vom BIB-Landesgruppenvorstand)

 



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