Berufsverband Information Bibliothek e.V.


Zu Besuch in der Amerika-Gedenkbibliothek im März 2009

Auch 2009 werden die Berliner Mitglieder des Berufsverbands Information Bibliothek (BIB) wieder auf Besichtigungstour in Berliner Bibliotheken unterwegs sein. Natürlich stehen immer die neu eröffneten Bibliotheken ganz oben auf unserer Wunschliste. Aber ab und zu muss es auch mal ein „Klassiker“ sein. Deshalb haben wir unser diesjähriges Programm am 3. März mit der Besichtigung der Amerika-Gedenkbibliothek (AGB) begonnen.

Das Gebäude gegenüber der U-Bahn-Station Hallesches Tor wurde aus Spenden der US-amerikanischen Bevölkerung finanziert und 1954 eröffnet. Das 50-jährige Jubiläum liegt also schon ein paar Jahre zurück. Ursprünglich wurde die AGB als Berliner Zentralbibliothek konzipiert, aber als 1961 die Mauer errichtet wurde, war dieses Konzept für viele Jahre hinfällig geworden.

Aus heutiger Sicht sind viele Strukturen der AGB mit denen der Staatsbibliothek zu Berlin vergleichbar: die Geschichte, die von der Teilung der Stadt zwischen 1961 und 1989 beeinflusst wurde, das 3-Häuser-Konzept und die Einbettung in eine Stiftung.

Die AGB bildet zusammen mit der Berliner Stadtbibliothek (BStB) in der Breiten Straße (seit 1995) und der Senatsbibliothek an der Straße des 17. Juni (seit 2005) die Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin.

In einer Informationsbroschüre bezeichnet sich die ZLB als „Deutschlands größte öffentlich-wissenschaftliche Bibliothek“! Sehr gut: Endlich traut sich mal eine Bibliothek, die Grenze zwischen WB und ÖB einzureißen!

Die Aufgabenteilung zwischen AGB und der BStB ist nicht eine zeitliche, so wie in der Staatsbibliothek, sondern eine inhaltliche, fächerbezogene. Während in der BStB die Technik und die Naturwissenschaften zu finden sind, beherbergt die AGB die Geistes- und Sozialwissenschaften sowie die Kinderbibliothek mit ihrer Jugendabteilung „Hallescher Komet“. Darüber hinaus sieht sich die AGB auch gewissermaßen als Kreuzberger Stadtteilbibliothek und bezieht sich mit ihren Angeboten auf die multikulturelle Bevölkerungsstruktur des Stadtteils. Es gibt also vieles in Türkisch, und man würde das Angebot auch gern auf weitere Fremdsprachen ausweiten, z.B. Arabisch, allerdings fehlt hierfür das Fachpersonal.

Neben der Führung durchs Haus wurden uns die Digitalisierungsprojekte der ZLB und das neue Angebot VÖBB24 vorgestellt. Die ZLB treibt besonders die Digitalisierung stark benutzter Bestandsgruppen voran. Als Beispiel hierfür zeigte uns Herr Dr. Dürr die Berliner Adressbücher von 1799 bis 1943, die jetzt komplett digital und online zu benutzen sind.

„VOeBB24“ ist ein Angebot der Berliner öffentlichen Bibliotheken, das es ihren Benutzern ermöglicht, digitale Medien online auszuleihen. Hiermit sind nicht etwa CD-ROMs gemeint – das wäre ja ein alter Hut – sondern das Herunterladen und Benutzen von Online-Contents für einen bestimmten kurzen Zeitraum. So kann man zum Beispiel die neueste Ausgabe von „Spiegel Online“ für einen Tag auf seinen PC zu Hause herunterladen und benutzen. Nach Ablauf dieser Frist „vernichtet“ sich das Online-Dokument sozusagen von selbst und der Download wird für den nächsten Benutzer frei geschaltet. Viele öffentliche Bibliotheken haben dies in den letzten 2 Jahren in ihr Angebot aufgenommen und machen damit gute Erfahrungen.

Fazit: Die Amerika-Gedenkbibliothek ist immer noch eine von Berlins herausragenden und unverzichtbaren .Bibliotheken mit wichtigen Beständen und modernen und interessanten Angeboten. Da wünscht man sich fast, man könnte einfach mal wieder nur Leser sein…………

Frank Redies, März 2009



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