Berufsverband Information Bibliothek e.V.


Kataloge der Zukunft: Von RAK und OPAC zu RDA und Suchmaschine

Bericht von der 17. GBV Verbundkonferenz in Oldenburg

Die GBV Verbundkonferenz ist die jährlich wiederkehrende Gelegenheit für einen fachlichen Austausch mit Kollegen aus anderen Bibliotheken. Worüber diskutiert die Fachwelt? Was sind die derzeitigen Schwerpunkte und Herausforderungen? Und womit müssen wir uns wohl in der nahen Zukunft beschäftigen? Für eine strukturiere Diskussionsgrundlage sorgt jeweils ein Motto, welches in diesem Jahr mit „Kataloge der Zukunft: Von RAK und OPAC zu RDA und Suchmaschine“ festgelegt wurde.

Der Einladung der Oldenburger Kollegen folgten mehr als 400 Interessierte aus dem GBV Land und –Umland und brachen damit erneut den bisherigen Teilnehmerrekord.

Jede der bisherigen GBV Verbundkonferenzen hatte ihre Besonderheiten und wurde mit viel Motivation und Engagement organisiert. Diese gute Tradition haben die Oldenburger nun fortgesetzt und den Teilnehmenden ein interessantes aber auch besonderes Programm geboten. Interessant war es durch die aufschlussreichen Vorträge und Workshops mit namhaften Experten aus der Bibliothekswelt, besonders war es durch die „1. Oldenburger Bibliothekspromenade“, ein Spaziergang, bei dem vier Bibliotheken in der Stadt besichtigt und kurz vorgestellt wurden.

Dem Motto entsprechend erhielt die interessierte Zuhörerschaft u.a. einen Überblick über die Formalerschließung und so schmunzelte die eine oder andere Kollegin in Erinnerung an die Zeit der Zettelkarten und dem morgendlichen Einsortieren der selbigen in die Kataloge. Den Umgang mit RAK und OPAC haben wir jahrzehntelang gelernt und angewendet, nun stehen also „neue Erfahrungen“ an, die auch“ neue Grundlagen“ erfordern. Dies ist aber insofern nichts Neues, als das in der (bibliothekarischen) Fachinformationswelt eigentlich seit Jahren permanent eine regelrechte Wucht des Wandels betont wird. Der technische Fortschritt machte schließlich auch vor Bibliotheken nicht halt und sorgte z.B. für eine gewisse Perfektionierung des OPACs, auch wenn ihm heute in Teilen ein „Charme der Gründerzeit“ nachgesagt wird. RAK und OPAC haben sicherlich ihre Grenzen und wenn sich die Bibliotheksnutzer mittlerweile ganz selbstverständlich im Netz bewegen und bequem auf Knopfdruck den Volltext fordern, dann müssen auch Bibliotheken darauf reagieren.

Für die Zukunft sind also einige Thesen aufgestellt worden. Die These „Linked open data wird etwas überschätzt“ wurde zwar fast in Echtzeit über twitter verbreitet aber während der Diskussion nicht weiter aufgegriffen. Weiter diskutiert wurde der anstehende Wechsel von RAK nach RDA, auch wenn es heißt, es wird „in eine Baustelle“ investiert und die Umsetzung in der Praxis noch etwas „nebulös“ scheint. Ob die Discovery Systeme den OPAC zukünftig ersetzen oder ergänzen werden, konnte während der Podiumsdiskussion nicht eindeutig geklärt werden. Welche Chancen und Herausforderungen die Discovery Systeme aber beinhalten, wurde in einem weiteren Vortrag anschaulich erläutert. Die Aussage, die Treffermenge eines Discovery Systems ist so umfangreich und heterogen, da alles, „was nicht bei drei auf dem Baum ist“ in den Index aufgenommen wird, entlockte erneutes Schmunzeln bei den Zuhörern.

Es gehört ebenfalls zur guten Tradition den ersten Tag einer Verbundkonferenz mit einem gemeinsamen Festabend ausklingen zu lassen. Und so haben sich die Oldenburger hier etwas Besonderes einfallen lassen und luden zur „1. Oldenburger Bibliothekspromenade“ ein. Die ununterbrochen scheinende Sonne motivierte 150 Bibliothekare bei einem Spaziergang durch die Stadt mit einer kurzen Stippvisite in den einzelnen Bibliotheken einen kleinen Einblick zu erhalten. In acht Gruppen aufgeteilt liefen alle munter durch Oldenburg, keiner ging auf dem Weg verloren und so kamen nach zwei Stunden alle glücklich und etwas hungrig im Horst-Janssen Museum an und wurden mit einem leckeren Büfett im Garten belohnt.

Am zweiten Tag setze sich die Reihe der Vorträge fort und die Facharbeitsgruppen des GBV informierten über ihre Projekte, Entwicklungen und Planungen. Mit Berichten von der UB Tilburg und der UB Bozen über die Implementierung von cloud-basierten Managementsystemen gab’s schließlich auch einen Blick auf Aktivitäten außerhalb des GBV-Tellerrandes.

Nicht zu unterschätzen war der persönliche und fachliche Austausch am Rande der Veranstaltungen. Es bot sich immer wieder die Gelegenheit mit Kollegen und mit den Firmenvertretern ins Gespräch zu kommen und dank des leckeren Catering waren alle jederzeit gut gestärkt um aktiv an der Verbundkonferenz teilzunehmen. Ein Lob an die Organisatoren vor und hinter den Kulissen, die nicht nur den reibungslosen Ablauf garantierten, sondern auch ganz selbstverständlich mit Rat und Tat zur Seite standen und bei Bedarf ganz unkompliziert eine Zugfahrkarte ausdruckten.

 

Britta Werner



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