Berufsverband Information Bibliothek e.V.


Niedersächsischer Bibliothekstag in Nordhorn

„Dienstleistungen für Bibliotheken – Erfahrungen aus den Niederlanden“
Termin: Montag, 8. November 2010, 10.00 – 17.00 Uhr

Programm: 10.00 - 13.00 Uhr

Mitgliederversammlung der BIB-Landesgruppen Niedersachsen/Bremen (öffentlich)
Vorträge und Diskussion zum Thema „Veränderungen in Arbeitsabläufen“ (Nutzung externer Dienstleistungen, Digitalisierung, RFID etc.)
Newcomertreff – Tipps und Informationen für FAMI-Auszubildende, Studenten und Berufsanfänger

Das komplette Programm finden sie hier:

Nachbericht

„Bibliotheken als Dienstleister. Erfahrungen aus den Niederlanden“

Am 8.11.2010 fand in Nordhorn der Niedersächsische Bibliothekstag statt. Für bereits am Vortag angereiste Besucher gab es ein interessantes Programm, um die Wasserstadt Nordhorn etwas genauer kennen zu lernen.
Eine Führung durch die Gassen der Kreisstadt des Landkreises Grafschaft Bentheim gab Einblicke in die Geschichte der von vielen Wasserstraßen durchzogenen Stadt, die nahe an der niederländischen Grenze liegt. Eine anschließende abendliche Lichter-Fahrt mit dem „Vechtestromer“ durch die „Grachten“ rundete das Bild dieser schönen Stadt am Wasser ab. Gegen die Kälte gab es für die Passagiere Glühwein und beim abendlichen Deutsch-niederländischen Empfang mit Fachaustausch ergaben sich erste angeregte Gespräche mit den Kolleginnen und Kollegen.

Am nächsten Tag fanden nach der Begrüßung des Vorsitzenden des Landes-verbandes Niedersachsen e.V., Dr. Günter Schmidt sowie der Leiterinnen der Stadtbücherei Nordhorn, Martina Kramer und Ellen van der Loos, die Mitgliederversammlungen der BIB Landesgruppe Niedersachsen/ Bremen und des DBV-Landesverbandes Niedersachsen statt.
Gemäß dem Motto des diesjährigen Bibliothekstages „Bibliotheken als Dienstleister. Erfahrungen aus den Niederlanden“ gab es drei Vorträge von niederländischen Kollegen und Kolleginnen.
Stephan de Vilder (programmamanager Overijsselse Bibliotheken) zeigte ein modernes Warenhauskonzept für Bibliotheken am Beispiel Overijssel auf  www.overijsselsebebibliotheken.nl . Overijssel hat 1 Mio. EW, das Bibliothekensystem mit 90 Zweigstellen wird nun nach und nach auf das sog. Warenhaus- oder Shop-Konzept umgestellt. Dabei basiert die Einrichtung der Bibliotheken auf Erfahrungen des Einzelhandels. Präsentation der Medien, Struktur und Organisationsformen innerhalb der Bibliothek sind auf die wichtigsten Kundengruppen ideal ausgerichtet. „Überraschung“ und „Verführung“ sind lt. Homepage der niederländischen Kollegen hier die Schlüsselworte. „The Library – better than any bookstores!“ Wer sich für dieses Konzept interessiert und mehr über eine „White Box“ oder „Catwalk-Displays“ wissen möchte, kann Einzelheiten auf der o.a. Internetseite nachlesen, die auch völlig neu gestaltet wurde.
Dann berichtete Chris Wiersma (directeur bibliotheek Almere) über „De nieuwe bibliotheek Almere“ http://www.denieuwebibliotheek.nl/ . Im März dieses Jahres wurde in der 190.000 EW-Stadt Almere  nahe Amsterdam  eine öffentliche Bibliothek nach völlig neuen Standards eröffnet. Für die Kunden sollte eine angenehme informationsreiche Umgebung entstehen (Multi-channel, Multi-medial, Multi-IT und natürlich Bücher). Mit 61 Öffnungsstunden an 7 Tagen in der Woche bietet die Bibliothek Almere ihren Kunden zahlreiche „winkel“, wie z.B. „Das Wohnzimmer“ für Erwachsene, „Die Frischeabteilung“ für „Junge Erwachsene“, Kindersparten u.v.m., die farblich gekennzeichnet sind und die unterschiedlichen Interessensgebiete repräsentieren. Dies ist auf der Homepage unter „de winkel“ schön zu erkennen.
Seit der Eröffnung bricht die Bibliothek alle Rekorde und konnte bereits am 22.November den 500.000sten Besucher begrüßen. Außerdem ist sie für den Architekturpreis 2010 nominiert worden.
Als Dritte im Bunde der niederländischen Referenten stellte Marjolein Nieboe (Rijksuniversiteit Groningen, http://www.rug.nl/bibliotheek ) das Konzept „De Bibliotheek Rijksuniversiteit Groningen in beweging“ vor. Für ca. 30.000 Studenten wird „in höchster Qualität“ in ein Bibliothekskonzept 2020 mit neuen Leitbildern investiert. Die Universitätsbibliothek in Groningen (ca. 188.000 EW) gibt es seit 1615 und Marjolein Nieboe ist nach 395 Jahren die erste Frau auf dem Direktionsposten.
Die Universitätsbibliothek ist heute auf neun Standorte verteilt. Es gibt ca. 3.301.000 Medien, 257.649 Ausleihen pro Jahr bei 82 Öffnungsstunden pro Woche. Im Bibliotheksbereich arbeiten 170 Mitarbeiter. 720.000 Besucher pro Jahr kommen in die Bibliothek. 1.600 Arbeitsplätze sind für Studenten vorhanden.
Die Bibliothek möchte als Kompetenzzentrum ein ausgewogenes Dienstleistungs-angebot mit neuesten Techniken erbringen. Abschließend sagte die Referentin „Dienstleistung hin oder her – Bibliotheksarbeit ist und bleibt Menschenarbeit“.

Zwischen den interessanten Vorträgen hatten die Besucher des Niedersächsischen Bibliothekstages in Nordhorn ausreichend Gelegenheit, die Bibliothek zu erkunden und sich bei einem leckeren, von den Landfrauen hergestellten Mittagessen zu stärken. Die Veranstaltung war insgesamt bestens vorbereitet und organisiert von den Bibliotheksleiterinnen Martina Kramer und Ellen van der Loos und ihrem Team.

Andrea Beißner, Stadtbücherei Hameln



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