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FORT-Bildung in Hannover - Universitätsarchiv

Besichtigung der Universitätsarchiv

1.500 laufende Regalmeter für Personal- und Sachakten der Hochschulen in Hannover, Schriftgut des Präsidenten der Universität, Nachlässe von Hochschullehrern, Doktorarbeiten, Prüfungsakten und nicht zuletzt Geschenke von Auslandsreisen für den Präsidenten der Universität Hannover. Das sind die Unterbringungsmöglichkeiten für das Universitätsarchiv in der Bremer Straße in Hannover/Laatzen. In diesem Außenmagazin in Haus 2 der TIB/UB ist das Universitätsarchiv, das 1986 gegründet wurde, seit November 2008 untergebracht. Dorthin führte im Februar diesen Jahres die BIB „on tour“ der Landesgruppe Niedersachsen/Bremen. BIB-Landesgruppenvorstandsmitglied Katrin Emilius von der TIB/UB begrüßte vier interessierte Kolleginnen und Kollegen zu dieser Archivbesichtigung. Der Leiter des Universitätsarchivs, Lars Nebelung, führte die Gäste zunächst in den hellen, großzügig geschnittenen Lesesaal, der von Archivbesuchern sowie von Studenten der TIB/UB genutzt werden kann. Hier befinden sich neben Internetplätzen auch Mikrofilm- und Mikrofiche-Lesegräte, auf denen ein Teil des Archivbestandes gespeichert ist.Im Magazin, das in einer mehr als 100 m langen Halle untergebracht ist,  findet sich neben den Archivalien auch ein Teil-Buchbestand der UB.Die Aufgabe des Universitätsarchivs ist laut Homepage (http://www.tib.uni-hannover.de/de/tibub/ueber-uns/universitaetsarchiv-hannover/aufgaben.html) : „Als "Erinnerungsspeicher" der Universität und ihrer Vorläuferinstitutionen hat das Universitätsarchiv das Ziel, in seinen Beständen eine historisch aussagekräftige Überlieferung zu bilden, die möglichst viele Facetten der universitären Lebenswelt dokumentiert. Diese Überlieferung dient sowohl der Rechtssicherung wie auch als Basis der wissenschaftlichen und privaten Forschung und leistet einen Beitrag zur Identitäts- und Traditionsbildung der Universität.“ 

Dieser gewaltigen Aufgabe  stellt sich der Archivleiter Nebelung mit einer weiteren Kollegin. Nach und nach versucht man, den vorhandenen Bestand archivisch zu erschließen, so auch den Nachlass des Politologen Peter von Oertzen, der dann zu Forschungszwecken genutzt werden kann.

Lars Nebelung zeigte den interessierten Besuchern verschiedene Beispiele von Archivgut. So lagen auf Arbeitstischen Matrikelbücher von 1847/48 und 1848/49 aus, die u.a. auch einen Eintrag von Wilhelm Busch enthielten, der zu dieser Zeit in Hannover studiert hatte.

Interessant waren die ausgelegten Programme und Vorlesungsverzeichnisse der Universität Hannover von 1858 – 2003. Den Wandel der Zeit konnte man u.a. deutlich am unterschiedlichen Layout und der Papierqualität erkennen.

Der Archivbestand wird mit der Archivsoftware Augias erfasst, über die eine Volltextrecherche möglich ist, in der neben Akzessionsnummer, Titel, Inhalt auch Sperrfristen zu erkennen sind, denn, so erklärte Nebelung, „Sachakten sind erst 30 Jahre nach ihrer Erschließung frei zur Forschung und Nutzung, Personalakten können 10 Jahre nach dem Tod einer Person eingesehen werden bzw. 100 Jahre nach dem Geburtstag der Person.“

Die BIB „on tour“-Teilnehmer erfuhren noch viel Wissenswertes über die Lagerung und Unterbringung von Archivgut, über die Problematik der Konservierung von Papier, das nach wie vor das beste Material zur Archivierung ist.

Zum Schluss zeigte Lars Nebelung noch die ganz „besonderen Archivalien“, nämlich Geschenke, die der Präsident der Universität Hannover von Auslandsreisen mitgebracht hat. Gebetsteppiche, Gläser, Statuen - Ob und wie diese archiviert werden, darüber muss sich Archivleiter Lars Nebelung noch Gedanken machen – später, wenn alles andere archiviert ist.

Text/ Fotos: Andrea Beißner (Museum Hameln)

 

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