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Erklärung des BIB-Vorstandes zur Auswertung von bibliojobs

Mittwoch, 11. Juli 2012

Rubrik: Rund um den Berufsverband

2) Steht diese Entscheidung nicht im Widerspruch zu Open Access?

Der Open-Access-Gedanke begründet die Forderung, dass – hier bezogen auf den Bibliotheks- und Informationssektor – Texte, Daten und Informationen, deren Generierung (wie etwa die Publikation von Forschungsergebnissen) von der Allgemeinheit in der Regel mittelbar über Steuermittel finanziert werden, der Allgemeinheit hernach auch frei, kostenlos und ohne Zugangsbeschränkungen zur Verfügung stehen sollen.

Im Fall von bibliojobs ist der OA-Gedanke nur bedingt anwendbar: Der BIB ist weder steuerfinanziert noch gemeinnützig, sämtliche Dienstleistungen und Angebote werden allein von den Verbandsmitgliedern getragen. Gleichwohl sieht sich der Berufsverband in der Pflicht, bestimmte Informationen kostenlos und ohne Beschränkungen zur Verfügung zu stellen. Und das tut der BIB – allerdings gibt es dafür Grenzen.

3) Ist die Entscheidung nicht unsozial und unsolidarisch gegenüber Arbeitslosen, Studierenden und Auszubildenden?

Rund ein Drittel der BIB-Mitglieder hat ein geringes oder gar kein (regelmäßiges) Einkommen, dazu zählen unter anderem arbeitslose Kolleginnen und Kollegen, geringfügig Beschäftigte, Mitglieder in Elternzeit, Mitglieder mit Teilzeitbeschäftigung, Studierende und Auszubildende. (In dieser Gruppe sind die vielen ehemaligen Kolleginnen und Kollegen, die dem Berufsverband auch im Ruhestand die Treue halten, noch gar nicht enthalten.)

Alle diese Mitglieder üben – trotz oder gar bewusst wegen ihres geringen oder fehlenden Einkommens – durch ihren Beitritt in den BIB berufsständische Solidarität, finanzieren mit ihrem Beitrag Fortbildungsveranstaltungen, Lobbyaktivitäten, Publikationen und Beratungsdienstleistungen, die in nicht geringem Maße auch jenen zu Gute kommen, die sich der Organisation einer gemeinsamen berufsständischen Interessenvertretung und berufspraktischen Unterstützung auf Gegenseitigkeit verweigern. Denn ein nicht geringer Teil der Angebote des BIB stehen Nichtmitgliedern frei und unentgeltlich zur Verfügung, zu nennen sind hier exemplarisch z.B. die OPL-Checklisten oder die Systematikkooperation.

Der berufsständische Organisationsgrad liegt, bezogen auf den BIB und die Gesamtheit der Beschäftigten im Bibliotheks- und Informationssektor, bei etwas über 20 Prozent. Es ist das gute Recht der restlichen 80 Prozent und es bleibt jedem und jeder unbenommen, dem BIB beizutreten oder dies eben nicht zu tun. Die nicht im Berufsverband Organisierten müssen dann aber auch damit leben, dass ihnen bestimmte Dienstleistungen und Angebote vorenthalten werden oder sie dafür zusätzlich bezahlen müssen.

Im Übrigen: Die BIB-Mitgliedsbeiträge sind fair kalkuliert und richten sich nach den Einkommensverhältnissen der Mitglieder: Die Beiträge sind gestaffelt zwischen 25 und 97 Euro, Studierende und Azubis zahlen zum Beispiel in den ersten 12 Monate 25 Euro Beitrag, Arbeitslose die meisten Teilzeitbeschäftigten oder RuheständlerInnen den Mindestbeitrag von 40 Euro jährlich. Für Arbeitslose hat der BIB darüber hinaus einen Förderfonds für Fortbildungen eingerichtet, sodass kein arbeitsloses BIB-Mitglied aufgrund finanzieller Restriktionen von der beruflichen Weiterentwicklung ausgeschlossen sein muss.



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